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Reisebericht - Cairo

 

Cairo/Aegypten April 2006

1. Tag:

Flug Zürich/Paris/Cairo. Ankunft um 15:15 in Cairo. Mega-Airbus mit Media Console: DVD, Spiele, Musik… alles um 4 Stunden lang beschäftigt zu sein. Hajo spielte fast nur Space-Invaders und Nabila fast nur „wie wird man Millionär“ auf französisch. Super Service an Bord: Champagner, komplettes Mittagessen, nonstop Bedienung und Personal Betreuung. Das Flugzeug war voll, vor allem Ägypter (die meisten im westlichen Outfit).

Vor dem Abflug haben wir uns vorbereitet: Lektüre, Reiseführer, Berichte von Meissoun und Claudia (Graz) aus dem Internet gedruckt und einige Tipps und Tricks befolgt, wie zum Beispiel, bei der Anreise, sofort Geld wechseln und die Visumbriefmarken kaufen vor der Passkontrolle! (Das muss man noch wissen!)
Die Koffer kamen an (welches Wunder! Da wir bei den letzten zwei Flugzeugreisen jedes Mal Pech gehabt hatten). Draussen, wartete Herr Yahia mit dem Schild „OTTENBACHER“ Hotel Longchamps. Für 50 LE = Livre Egyptienne (die heimische Währung: aber auf aegyptisch, heisst es: „guinia“) fuhr er uns ins Hotel: eine echte Irrefahrt! Es ist ja üblich in den meisten arabischen Ländern. Unser Chauffeur fuhr „rasant“ schnell und meisterhaft! Man gewöhnt sich aber schnell daran und mittlerweile wird es sogar spannend! Gleichzeitig kommentierte er unterwegs, links und rechts, die Gebäude, Paläste, Kirchen, Moschee usw... bis zum Ziel. Das „organisierte“ Chaos in dieser Stadt beeindruckte uns stark. Jeder weiss genau wohin und wie. Es ist nämlich eine Kunst eine Strasse zu überqueren, wenn es meistens keine Fussgängerstreifen gibt!

Nun, im Hotel Longchamps, ein 3*** Hotel im Zamalek Quartier, das einer Deutsche gehört, Frau Bakri, ist sehr gepflegt, angenehm, ruhig gelegen, wenn man weiss wie laut die Stadt ist... Wir hatten die schönste Suite reserviert für ca. Fr. 90.— pro Nacht inkl. reichliches Frühstück.
Nach einer kurzen Siesta, gingen wir zu Fuss unser Quartier entdecken. Zum Teil, mega chic und eher westlich! Ich rief Hoda an (unsere Stadtführerin, per Internet gebucht, da sie perfekt hochdeutsch spricht und die ganze Kultur des Landes kennt) um für den nächsten Tag abzumachen.
Also: Treff im der Lobby des Nile Hilton (Link: Google Earth) um 11:00 Uhr.

Unser Programm war so ungefähr: eine Kombination von ½ Tag Kultur, ½ Tag Shopping und, wenn es geht (ging leider nicht), ½ Nacht Ausgang. Ich wollte jeden Abend Bauchtanzshows sehen, mit oder ohne Dinner! Wir erfuhren bald dass Bauchtanz eher ein Tabu Thema ist und dass man das „nicht macht“. Schon am 1. Tag war es recht heiss: so ca. 34°, allerdings erst seit zwei Tagen. Nach 20:00 Uhr wollten wir im berühmten Restaurant Abou Sid essen gehen. Unmöglich, da wir nicht vorher reserviert haben. Also landeten wir in einem Tex-Med Roastery Kaffee, wo wir amerikanisches Essen bekamen. War nicht schlecht. Die Säfte sind himmlisch!! Wir machten vor allem eine Limettensaftkur während des ganzen Aufenthalts.

2. Tag:

Um 9:00 >> Continentals Frühstück, Taxi bis Nile Hilton. Direkt am Nilufer, wunderschöner Stil: Orient und Okzident; überall Sicherheitskräfte.
Nun, wir warteten auf Hoda beim Saft trinken. Wir staunten schön bei der Rechnung: die Säfte kosten 16 Pfund und dazu wir mussten noch 32 Pfund zahlen: Service, MWST usw. als Zuschlag. Na ja, fängt schön an.
Hoda warnte uns, sie sieht wie eine Inderin aus. Wir erkannten sie sofort und hatten am Anfang Mühe zu glauben, dass sie eine „echte“ Aegypterin ist! Klein, sieht extrem jung aus und echter als jegliche Inderin. Die Ägypter selber glaubten, sie sei eine indische Touristin und sprachen sie oft auf englisch an und ob sie das oder jenes kaufen will. Wir mussten oft lächeln, denn es passte ihr nicht und, ab und zu, gab sie auf ägyptisch zurück: da staunte jeder! Einmal sagte ihr sogar ein Aegyter: „where do you come from? Indien? But you walk like an egyptian Girl!“ Es war “too much”! Wir schlugen ihr vor, auf ihrem Hut zu schreiben: “ich heisse Hoda und bin Ägypterin”. No comment!

Hinter dem Hilton Hotel befindet sich das ägyptische Museum: bewacht von Sicherheitskräften wie ein Königspalast! Rundum sind wunderschöne Gärten, mit Teich: Papyrus und Lotusblumen in der Mitte! Filmen und fotografieren darf man nur im Garten, ansonsten nicht. Um 11:15 war es schon voll Touristen draussen und drinnen (aber es ist die beste Zeit des Tages! Vorher oder später wäre es noch schlimmer!).
Dann fragte mich Hoda, ob ich meinen tunesische Pass dabei hätte. Auf Rat von Verwandten aus Tunesien, die in Ägypten waren, nahm ich ihn mit. Von da an, kosteten die Eintritte für mich, egal wo oder was, 2 LE bis gratis, da ich eine „Araberin“ bin. Ich musste es aber beweisen: sie stellten mir immer Fragen auf ägyptisch und ich antwortete auf tunesisch-arabisch. Aber Hajo war halb-sauer: er kostete bis zu 100 Mal mehr als ich: 40 LE, aber er bekam die schöneren Eintrittstickets: farbig bedruckt und ich, einfach ein weisses dünnes Papierchen mit einem hässlichen Stempel und eine Nummer: das war für die „Araber, die gratis reinkommen“: kein Aufwand. Nun, im Museum, wir machten einen riesigen Parcours durch die grossen Säle und zwar chronologisch: Hoda erzählte und kommentierte 3'000 Jahre pharaonischer Geschichte, beinhaltend 30 Dynastien! Gewaltig! Das alles in knapp 4 Stunden! Schon hier, bedankte ich mich geistig bei Meissoun,  dass ich die richtige Stadtführerin für die Tage reserviert habe: es hat sich echt gelohnt, denn es macht umso zusagen kein Sinn, das Land zu besichtigen, ohne die Hintergründe zu kennen. Wir wollten in erster Linie, gut informiert sein, da wir uns für die Kultur enorm viel interessieren und wollten nicht eine „sinnlose Tour“ im Land machen: rundum schauen, ohne gross zu verstehen und behaupten, man habe das Land „gesehen“ (und nicht viel verstanden).
Mit Hoda hatten wir das Gefühl, wir gehörten zu den alten Aegypter, wir wären fast „dort“. Danach, wollte ich mir sofort eine „Cartouche“ machen lassen : meine Seele sollte mich schliesslich finden, wenn es soweit ist. Als Hajo ihr seinen Rücken mit ägyptischen Tattoo Symbole (Horus Auge und Ankh) zeigte, sie hielt ihn für einen Priester von „früher“.
Nach dem offiziellen Parcours im Museum, kauften wir 2 Extra-Tickets für den Mumien-Saal: wie üblich, Hajo kostete ein Vermögen (70 LE!) und ich, fast gratis! Da waren ca. 12 Mumien, restauriert und sehr gut erhalten: der Blick ins Jenseits war echt wert! Sehr beeindrucksvoll war natürlich die Etage von Tout-an-Khamon: unglaublich, diese Goldmenge, die Goldbearbeitung usw... geschweige seine Geschichte!

Um 15:00 Uhr gingen wir ins Felfela, ägyptisch essen. Sehr touristisch, eher „teuer“ für die einheimische, 3 Mittagessen zu dritt: 200 LE (Fr.50.--) und mittelgut. Danach wollte ich meine „Tanzschuhe“ kaufen. Auch das ist ein Abenteuer: es hat keine ½ Schuhgrösse im Land und musste mich für ein knappes 38 entscheiden und nicht zu hoch wegen meinen Hallux: nur 3 cm hoch, mit Silber und Gold verziert: traumhaft schön! Natürlich bei Abd el Salah (wieder ein Tipp von Meissoun), für knapp 175 LE (also Fr. 40.--).
Dann nahmen wir ein Taxi Richtung Khan el Khalili. Zuerst im berühmten Café Fishawy sitzen und Thé trinken, dann ab in die Bazarläden!
Wir kauften zuerst 3 neue CDs von Amr Diab, Diana Haddad und eine Mix CD für insgesamt 120 LE = Fr. 30.-- (CDs sind Luxusartikel hier. Die meisten hören noch Kassetten).
Dann gingen wir direkt zu Mustafa Afifi. Dort blieben wir eine „Ewigkeit“, bis ich den halben Laden abgeräumt habe: wir gingen nach oben, wo die schöne Ware ist. Die Kostüme selber sind mittelmässig und interessierten mich nicht allzu sehr. Aber die Accessoires wie Hüftgürtel, Schleier, Isis-Wings... sind mega-schön!! Etwa so schön wie bei Ghaffar, obwohl die Menge viel kleiner ist. Hier machte ich eine Razzia auf die schönsten und modernsten Hüfttücher. Wir trafen dort Brigitte Schildknecht aus Bern, auch beim Shoppen. Danach mussten wir ins Hotel alles abladen, denn es war echt schwer alles zu tragen. Unterwegs kaufte ich noch Aladins Lampen aus Messing, Kopfbänder und kleine Accessoires für mein Kostümverleih Basar: www.orientbasar.ch

Im Hotel kam wir völlig k.o. an und haben das Nachtessen in der Hotelküche bestellt. Wir verabredeten uns noch mit Hoda für morgen um 9:00 Uhr: Sie ist pünktlicher als eine Schweizer Uhr!!

3. Tag

Ich zweifelte langsam daran, jemals orientalischer Tanz zu sehen. Hoda gab mir zu verstehen, dass das Thema eher tabu ist und dass man „das“ nicht macht. Sie kennt sich in Kairo nicht so aus, betreffend Ausgangsmöglichkeiten, da sie spätestens um 21:00 Zuhause sein muss. Sie wusste noch von Meissoun und Claudia wer/wo tanzt, aber es ändert sich immer wieder. Nun haben wir erfahren, dass Randa nicht mehr in Kairo tanzt, dass  Aegyptinen auf Schiffe tanzen... Ich wollte am liebsten Dina oder Soraya sehen; aber die Shows beginnen ziemlich spät (nach 23:00, was meinem Mann überhaupt nicht passte!) und sind mit Nachtessen verbunden.

Um 9:00 Uhr kam Hoda mit Herr Talaat: der treueste Taxichauffeur, den man sich vorstellen kann! Heute ist Freitag und Feiertag für die Moslems (nicht für die Christen) und der Strassenverkehr war so herrlich frei!!  Wir fuhren direkt zu den Pyramiden: ohne Verkehr, knapp 30 min. Fahrt.
Kurz davor machten wir eine Halt im Mena House Hotel: ein Ex-Palast aus 1001 Nacht: Besichtigung der Anlagen, der Suite des Aga Khan, Gärten ... Man kann sich der Luxus dieses Palastes mit Aussicht auf der Pyramiden fast nicht vorstellen: alles aus Gold, Marmor, Alabaster und Kristall. Hier findet im Juni das Bauchtanz-Festival, von Raquia Hassan organisiert, statt.

Dann fuhren wir weiter zu der grösste Pyramide Cheops. (Link: Google Earth)
Wie überall, die Japaner mit ihren Fotoapparat: wir hatten kaum Platz, um uns zu fotografieren! Hoda sorgte schon dafür, dass man für die Wirtschaft Geld ausgibt und schlug vor, hinein zu gehen. Aber es werden nur 2x 150 Tickets pro Tag verkauft: Morgens und Nachmittags. An diesem Tag war’s 40°! Mir passte die lange unterirdische Strecke nicht allzu sehr. Also blieben wir draussen und sie erklärte uns den Bau, die Geschichte, usw... Danach Fahrt zu der Chephren (die Mittlere Pyramide). Hier entschieden wir uns doch, hinein zu gehen: alles war etwas kleiner und das Ticket viel billiger!
Die Luft war echt knapp, stickig und heiss; nichts für Asthmatiker! Nach 10 min. raus und bei 40° frieren!
Dann gings weiter zum schönen Aussichtspunkt: man konnte Fotos von allen 3 Pyramiden machen. Anschliessend weiter zur Sphinx: gigantische Anlage! Ebenfalls sehr interessante Geschichte! Ich kaufte einen Plüschkamel mit Nachwuchs: Es tanzt und singt auf arabisch!

Dann weiter zum Essenzen Mega-Laden, dieser gehört der berühmten Familie El Fayed (London: Harrods...), die in Ägypten riesige Blumenplantagen besitzen und Öle daraus gewinnen. Die Atmosphäre ist etwa wie beim Bijoutier Bucherer. Man empfängt die Gäste in einem Salon, ein Essenzen Berater erklärt wie man die Öle gewinnt, wofür, usw ... Recht gediegen! Wir entschieden uns für 7 grosse Ölflaschen mit Lotusblumen, Rosen, Jasminblume, usw... Der Verkäufer schenkte uns 3 davon, dazu  3 wunderschöne Parfümflaschen aus Kristall. Hoda amüsierte sich und es gefiel ihr immer mehr, wie wir grosszügig Geld ausgeben und der Wirtschaft helfen.

Dann wieder bei Felfela essen gehen: ich bestellte ein ½ Huhn mit Reis und bekam buchstäblich Haut und Knochen. Der Kellner schämte sich und offerierte das Mittagessen von Hoda, aber brachte keinen anderen „Ersatz“.

Später fuhren wir zu einer der Papyrusfabriken: man erklärte uns, wie man Papyrus hergestellt, Besichtigung... und dann bestellen! Klar, oder? Das machten wir gerne. Hoda machte immer grössere Augen... als wir eben mal „bestellten“. Gut für die Wirtschaft.
Wie üblich, wenn man eine grosse Menge „Ware“ bestellt, ist man noch willkommener, man bekommt zwar ein wenig Rabatt, aber immer noch Geschenke dazu: noch mehr Papyrus, gratis Hüfttücher, Zimbeln, usw.. Auch Hoda hatte meistens was davon: hin und da bekam sie was geschenktes, da sie uns zum Käufer brachte.
Hajo ist völlig Fan von Isis, Horus und Anubis und hat die schönsten Papyrus der drei Götter gekauft, mit der Absicht, sie sich auf dem Rücken tätowieren zu lassen! Viel Spass!

Danach ging’s weiter in ein Shopping Center in der Nähe. Ich brauchte Kopftücher, da wir am nächsten Tag Moscheen besichtigen wollten. Wenn schon, schöne, bestickte Kopftücher, die man auch als Schal brauchen kann. Die Läden waren eher westlich eingerichtet, zum Teil mit der schönsten sexy-Mode die es gibt! Beim CD Laden, Hajo suchte die neueste CD von Elyssa. Es lief laute Musik von Amr Diab und ich fing automatisch an, mit den Schultern zu „tanzen“ / „zucken“ (wenn man das tanzen nennen darf). Und dann sah Hoda rot: sie warf mich beiseite: ich soll aufhören mich derart zu bewegen: es sei ihr sehr peinlich; das macht man gar nicht usw... wir lachten dabei und ich provozierte sie noch einige Sekunden lang mit Augen und Handbewegungen. Sie nahm mich am Arm und entfernte mich einfach vom Laden. Im 1. Stock, lief Musik von Shereen: ich musste „was kleines“ bewegen!! Sie „packte“ mich wieder und wir rannten weg! Seit dem Vorfall, behielt sie mich immer im Auge: falls Tanzmusik irgendwo lief, sie „stellte“ mich ab!
In der Papeterie, räumten wir wieder ab, als wir die kleinen, einheimischen Blöcke sahen: alles weg vom Regal: 58 Stk. abgekauft! (als Werbegeschenk für unsere Tanzschule). Unser treuer Herr Talaat wartete den ganzen Tag auf, mit einer unglaublichen Geduld!

Dann fuhren wir weiter zum Schmuckladen: also eine echte, grosse Bijouterie, wo ich meine Cartouche bestellen wollte (ja, die Seele soll ja nicht rumsuchen, wenn es soweit ist). Wir stellten fest, dass Gold in Ägypten teurer als in der Schweiz ist. Da ich keine andere Wahl hatte, wählte ich doch eine spezielle, zweiseitige Cartouche: vorne: Nabila in Hieroglyphen und hinten, eine Tabelle mit allen Hieroglyphen. Sie kostete 220 US Dollars (alle Preise sind in Dollars angeschrieben, aber man konnte in anderen Währungen zahlen).
Im 1. Stock ist ein Souvenirladen: recht teuer! Hajo entdeckte Schlüsselanhänger in Pyramidenform und liess die ganze Schüssel umkippen: 3 Angestellten musste alle Anhänger mit Pyramidenform rausfischen! Hoda konnte nicht mehr vor lachen und hielt uns für die verrücktesten Touristen, die sie je gehabt hat! Macht nix; wir helfen ja der Wirtschaft!

Anschliessend fuhren wir ins Hotel: schnell im Abendlook umziehen und wieder fort! Herr Talaat brachte uns zum Schiff „HORUS“: 2 stündige Mini-Rundfahrt auf dem Nil, von 19:00 bis 21:00 Uhr. Ein pures touristisches Programm: Buffet à discrétion, Bauchtanzshows, Animation, Gesang (ägyptisch und englisch), Fotos usw... Das Ganze für ca. Fr. 35.— pro Person. Erstmals hatten wir ganz gut gegessen! Der orientalischer Tanz mit Qamar war eher ziemlich langweilig: sie könnte gut tanzen wenn sie möchte, gab sich aber keinerlei Mühe um das Publikum zu gewinnen. Zwischendurch sang eine bildhübsche Aegyptin: richtig von Herzen und machte eine Mega-Stimmung; sodass die meisten Gäste auf die Tanzfläche gingen und tanzten. Sie war hinreissend! An Bord liessen wir uns als brave Touristen fotografieren. Das Bild wurde sofort entwickelt und am Tisch verkauft für etwa Fr. 10.— Im ganzen war der Abend echt unterhaltsam. Beim Aussteigen, haben wir gerade das nächste Schiff „PHARAO“ gebucht. Vorher, erkundigte ich mich, ob jemand tanzte; ja, aber eine andere Aegyptin: Doaa: sie ist sensationel! Eine echte Augenweide: die Ausstrahlung!

4. Tag

Um 10:00 Uhr kam Hoda wieder mit Herr Talaat. Heute, im Programm: die drei schönsten Moscheen der Stadt (es sind ja insgesamt fast 1'000 Moscheen!). Wir fuhren direkt zur Zitadelle, wo die Alabaster Moschee, auch Mohamed Ali Moschee genannt, sich befand. Wie üblich, Hajo bezahlte Eintritt (allerdings „nur“ Fr. 7.-) und ich und Hoda,  mit Kopftücher, waren gratis. Diese Moschee erinnerte sehr an die Blaue Moschee von Istanbul: sie hat nur zwei Minarette. Der Gründer, der Albaner Mohamed Ali, mit kurdischen Abstammung hatte sie in Erinnerung auf die Blaue Moschee gebaut: sie sind fast identisch!
Draussen, auf dem Touristen Areal, kauften wir wieder jenste Gegenstände: vor allem, ein ganz neues Modell eines Fez aus Bambus, mit Filz überzogen, für mein Orient-Basar.
Über Mittag fuhren wir weiter zu den nächsten schönsten Moscheen: Er Rifai Moschee (im Mittelalterlichen Stil) und die Sultan Hassan Moschee, wo der Shah von Persien begraben ist, in einem beeindruckenden Grabsaal aus grünem Onyx!

Die Führung durch die drei Moscheen mit Hoda war mehr als Wert! Nämlich, reinkommen und einfach eine Runde drehen macht absolut kein Sinn, wenn man die ganze Kultur und Geschichte die dahinter stecken, nicht kennt, denn es steht gar kein Hinweis in dem Gebäude.

Anschliessend gingen wir in die berühmte Buchhandlung Lehnert, wo wir Literatur auf deutsch über alle Denkmäler, die wir besichtigt hatten und noch mehr (Posters, Bilder...): sogar eine DVD von Hassan Afiffi: „Learn how to Belly Dance“: mit ägyptische Darstellerinnen! Super gut gestaltet: Step by Step; sehr reichlich an „Tanzmaterial“ in Sachen, typische aegyptische Tanzbewegungen und Schrittkombinationen. Kostet einfach ein „Vermögen“: ca. Fr.45.-- ! Wenn man weiss, dass ein Primarlehrer Fr. 100.— im Monat verdient!

Und zum 3. Mal gingen wir ins Felfela essen. Beim Mittagessen (wir luden jeden Tag Hoda und Herr Talaat ein), wollte ich von Hoda wissen, was sie pro Tag kostete. Irgendwie traute sie sich nicht einen Betrag zu nennen und lächelte, als es peinlich wäre: Morgen reicht’s auch. Dann wurde ich „böse“: entweder erfahre ich es sofort oder ich werde ihren ganzen Lohn nachmittags in allerleien  Einkäufe „verputzen“! Sie wusste, es war kein Spass. Also rückte sie mit dem Betrag aus; wir dachten, es sei ein Witz und sie hatte fast Angst, es könnte zu viel sein. Nach Absprache, fanden wir heraus, dass sie ihr Lohn lieber unter Form von Devisen bekommen möchte: eine Mischung aus CH-Franken und Euros, als Sackgeld, wenn sie wieder mal nach Europa reist.
Nach dem Mittagessen (ca. 15:30 Uhr) sollte ich Pailletten und Perlen kaufen. Der Verkehr war extrem überlastet am Samstag: überall Stau! In dieser Mercerie, habe ich Perlen und Pailletten gesehen, ich habe nie im Leben gedacht es könnte dies alles geben!  Unglaublich! Sogar aus Halbedelsteinen wie, Onyx, Malachit, Carneol... geschweige die Swarowski Steine in allen Formen! Wir kauften 50 oder 100g von einigen Sorten, um unsere (die Gruppe) Kostüme zu verschönern. Danach ging’s weiter ins Khan el Khalili. Zurück zu Afifi: nochmals eine Razzia von Hüfttücher und Schleier. Er beschenkte uns mit Kopftücher, Zimbeln... und war echt glücklich, uns wieder zusehen.
Dann gingen wir in einem Gewürze Laden. Mein Chef beauftragte mich, ihm unbedingt fremde Gewürze zu kaufen. Wir kauften allerlei Mischungen und pure Gewürze für diverse Gerichte. An diesem Tag war es heisser denn je! Gut 39° im Schatten! Die Stadt sah wie verschleiert aus: bedeckt von einem leichten Sandsturm.

Es wurde abends und wir fuhren rasch ins Hotel: wieder abendlich anziehen und ab auf das Schiff Pharao.
Diesmal war Doaa, die Tänzerin, sensationell!! Sie tanzte im Dina Stil: das erste Mal in einem gewagten, raffinierten Kostüm im spanisch-arabischen Stil: freizügiger Décolleté und hautenge Schlaghose mit Volants; das Ganze aus schwarzer Spitze und rote Stickerei. Sie tanzte recht lange und total von Herzen! Sie ist hinreissend und sehr professionell: klassischer Stil und doch akzentreich! Sie hat alles: ein mega schönes Body, eine unvergessliche, natürliche Ausstrahlung und die Grazie. Hajo filmte sie gut 3 Mal. Bei der 2. Show, kam sie im Saidi Kostüm: auch wunderschön mit dem Stock getanzt!
Danach kamen die Animatoren, aber fast alle Gäste rannten weg, entweder auf die Decke, an die frische warme Luft oder ein Deck weiter unten um Doaa zu bewundern. Das Essen am Board war ebenfalls hervorragend! Wieder einen schönen Abend verbracht.
Mittlerweile weiss Hoda einiges über das „Nachtleben“ in Cairo, allerdings dank Meissoun. Sie wusste nicht mal, wer Raquia Hassan war oder was Dina pro Show verdiente oder wieviel ein Konzert Ticket für Amr Diab kostet. Fifi Abdou ist ihr eher unsympathisch, wegen ihrem bekanntem frechen Maul und mega Star-Allüren. Durch uns, erfuhr sie noch mehr darüber.
Ich sagte noch Hoda, am Sonntag, wir möchten alleine sein, allein handeln und dann treffen wir uns im Nile Hilton gegen 17:00 Uhr.

5. Tag

Wir standen zum 1. Mal spät auf: gegen 09:00 Uhr. Gutes, reichliches Frühstück dann begannen wir zu packen. Wir stellten fest, dass wir doch niemals alles mitnehmen könnten (wir hatten aber damit gerechnet) und wussten schon was für persönliche Sachen wir hier zurücklassen werden: für Hoda und ihre Familie und für das Hotel Personal: das heisst, fast all unsere Kleider und Schuhe!
An diesem Tag hatte Hajo schlechte Laune, wollte nicht mehr laufen und nichts mehr besichtigen! Und ich hatte ein mulmiges Gefühl im Bauch, leichte Magenkrämpfe (automatische Bauchwellen! Ich habe auf dem Schiff „PHARAO“ drei Esslöffel Salat gegessen und bekam eine halbe Magenvergiftung. Man hat micht gewarnt, ich wusste es, es stand in allen Reiseführern: kein Salat, keine Eiswürfel, etc.). Das hat mir echt gefehlt! Gegen Mittag gingen wir zu Fuss zum Marriott Hotel, ganz in der Nähe.

Besichtigung des Ex-Palastes: wunderschön eingerichtet und eine grosse Anlage. Wir gingen noch im Hotel shoppen, Geld wechseln zum 100.Mal und anschliessend im idyllischen Garten Mittagessen: Couscous zum 1. Mal. Wir schrieben endlich mal einige Postkarten und genossen die Garten Atmösphäre. Es packte mich aber wieder: ich wollte unbedingt ins Khan Khalili! Gegen den Willen Hajo fuhren wir trotzdem mit dem Taxi dort hin. Es kam ihm jedoch in den Sinn, er wolle einige Souvenirs für seine Abteilung und kaufte gleich 6 Anubis! Meinerseits, war ich wieder im Kaufrausch und kaufte allerleien Souvenirs für Kolleginnen. Schliesslich endete ich zum zweitenmal beim Ghaffar: die 4 Etagen sind echt beeindrucksvoll: voller Bauchtanzware! Alles Mögliche: eine wahnsinnige Auswahl! Ich wusste nicht, wo anfangen! Immerhin, packte ich noch mehr schöne Hüfttücher, die verrücktesten Münzgürtel mit passenden Ohrringen, Collier, Modeschmuck, Taschen, Schleier, Röcke, Schuhe in allen Farben usw...
Er handelt gar nicht gerne und die Preise sind eher höher als bei Afifi. Aber wir fanden doch ein Kompromiss, denn mittlerweile konnte ich in tunesisch-ägyptisch gut handeln. Voll beladen, nahmen wir ein Taxi. Im Hotel, sammelten wir die Geschenke für Hoda und trafen im Nile Hilton pünktlich ein.

Zum 1. Mal kam Hoda verspätet . Der Grund war: sie hatte sich hübsch gemacht und ihre Mutter wollte, dass sie einmal die Haare offen lässt. Sie traute sich aber nicht und trug sie halb offen. Wir tranken nochmals die himmlischen Fruchtsäfte im Hotelbistro und überreichten ihr alle Gaben: Lohn in Devisen, Geschenke, Kleider und aegyptisches Geld (all das Bakschisch, dass sie hin und wieder geben musste, damit wir „vorwärts“ kommen!). Sie war völlig überrascht und lehnte ab; allerdings ohne Erfolg.
Dann gingen wir das neueste Hotel von Cairo besichtigen: „Four Seasons“: 6****** ! Sehr modern aber eher kalte Atmosphäre. Wie der Grand Hyatt, hat dieses Hotel auch eine eigene Shopping-Annexe, wo man fast nur westliche Ware bekommt: die grössten Marken der Welt: Prada, Dior... Wir spazierten noch entlang dem Nil und brachten sie mit dem Taxi nach Hause. Sie hatte noch einen Wunsch: sie möchte gerne Feuchttücher für die Hände. Da hat sie recht: unsere Hände waren ständig dreckig! Kaum zu Hause, sendete ich ihr zwei Kilo Feuchttücher! Per SMS, flippte sie richtig aus!

Ohne Hoda, hätten wir einiges verpasst. Hoda ist wirklich sehr flexibel, korrekt und kompetent. Wir könnten sie ohnehin weiterempfehlen! Aber nicht vergessen: um 21 Uhr muss sie zuhause sein! Wir haben mit ihr schon die nächste Reise abgemacht: eine 10-tägige Tour durch Aegypten: von Alexandria, zum Canal Suez, Cairo (kurz!) und dann Nilfahrt bis Assouan.



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